Kipping: Allianzen bilden

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Es war das erste offizielle Treffen der Parteiführungen der britischen Labour Party und der deutschen Linkspartei: Am 9. Mai 2018 empfing Jeremy Corbyn die Ko-Vorsitzende der LINKEN, Katja Kipping, in seinem Büro im Unterhaus in London, um Möglichkeiten einer Zusammenarbeit auszuloten. Trotz des bevorstehenden Brexits und der Beheimatung in unterschiedlichen Parteienfamilien haben beiden Seiten gemeinsame Ziele ausgemacht. »Uns verbinden die Kämpfe gegen die Austeritätspolitik und den Neoliberalismus. Genauso sind wir uns über die Notwendigkeit einer Entspannungs- und Friedenspolitik einig«, sagte Kipping gegenüber der in Berlin erscheinenden überregionalen Tageszeitung »neues deutschland«.

Beide Parteivorsitzende sind der Ansicht, »dass die linken, fortschrittlichen Kräfte in- und außerhalb der Europäischen Union mehr denn je gemeinsame Allianzen ausbauen müssen gegen die Austerität sowie gegen den Rechtsruck«, schrieb Kipping bei Facebook. Eine weitere Spaltung müsse verhindert werden, so Kipping.

Auch Corbyn ließ via Twitter wissen, dass er und Kipping darüber diskutiert haben, »wie progressive Parteien und Bewegungen in- und außerhalb der Europäischen Union zusammenarbeiten könnten«. Wie dies konkret aussehen kann, dazu äußerten sich die Parteichefs noch nicht. Man wolle an bestimmten Themen arbeiten und gemeinsame Kampagnen entwickeln, so Kipping. Eine Kooperation bei Wahlen spielt derzeit keine Rolle – bei der Neubesetzung des Europäischen Parlaments im Frühjahr 2019 tritt Labour aufgrund des Brexits schon nicht mehr an.

Aus Cobyns Partei gab es Kritik an dem Treffen. Der Labour-Abgeordnete Ian Austin sagte gegenüber der rechten britischen Zeitung »Daily Mail«, die Mitglieder würden sehr überrascht sein, dass sich ihr Vorsitzender mit dem Nachfolgern der alten, ostdeutschen Kommunistischen Partei trifft, die im direkten Wettbewerb mit der langjährigen Schwesterpartei SPD stehe. Labour gehört auf europäischer Ebene der Sozialdemokratischen Partei Europas an, die LINKE ist Mitglied der Europäischen Linken.

Ein Artikel von Katja Herzberg

Katja Herzberg

Katja Herzberg arbeitet bei der Tageszeitung „neues deutschland“ und leitet die Abteilung nd-aktuell.

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