europaLINKS: Großbritannien in Gefahr
Die Appeasement-Politik des britischen Premiers gegenüber den USA zahlt sich nicht aus, meint der Londoner »Morning Star«

Die linke Medienlandschaft in Europa ist nicht groß, aber es gibt sie. Manche Zeitungen erscheinen in gedruckter Form täglich, einige wöchentlich, andere monatlich. Online sind sie alle präsent – und nehmen, ob nun als Print- oder Digitalprodukt, Einfluss auf den gesellschaftlichen Diskurs in ihren jeweiligen Ländern.
An dieser Stelle blicken wir in progresssive Medien Europas. Heute: „Eine Gefahr für Großbritannien“. Dieser Text ist am 20. Januar in „Morning Star“ (Großbritannien) erschienen. Der Beitrag wurde nachbearbeitet und gekürzt.
Tag für Tag wachsen die Demütigungen für Keir Starmer durch Donald Trump. Für seine Politik der Unterwürfigkeit erntet Großbritanniens Premier Hohn und Spott. Und solange Starmer an der Macht bleibt, ist kein Ende dieser Demütigungen in Sicht.
Die USA greifen Venezuela an, und Starmer tut so, als sähe er keinen Verstoß gegen internationales Recht. Er erklärt, die Entführung des Präsidenten eines anderen Landes sei Sache der USA.
Trump kündigt an, Grönland zu annektieren. Starmer aber hält eine beschwichtigende Rede und versichert, Diplomatie werde die Krise entschärfen.
Daraufhin verunglimpft Trump den Chagos-Insel-Deal des Premierministers (die 2025 verkündete Rückgabe der britisch kolonialisierten Inselgruppe im Indischen Ozean an Mauritius – d. Red.). Was tut Starmer? Er erstarrt wie das Kaninchen beim Anblick einer Schlange.
Starmer erklärt, Großbritannien brauche die USA für den Handel. Doch die einseitigen Abkommen, die er mit den USA geschlossen hat und die der britischen Industrie weiterhin Zölle auferlegen – und die die Kosten für britische Verbraucher erhöhen –, sind nach wie vor nicht unterzeichnet, nicht ratifiziert und nicht umgesetzt.
Er behauptet, Washington sei für Großbritanniens »nationale Sicherheit« unerlässlich. Offenbar ist das »unabhängige« Atomwaffenarsenal so stark von den USA abhängig, dass es ohne das Pentagon nicht funktionieren kann.
So verharrt Starmer in einer unterwürfigen Haltung und erträgt jede Beleidigung durch Trump. Er nimmt jede vom US-Präsidenten begangene Provokation hin – selbst wenn diese massiv auf die Politik seiner eigenen Regierung zielt.
Die Zeit ist reif für ein grundlegendes Überdenken von Großbritanniens Rolle in der Welt und für eine Führungspersönlichkeit, die eine Vision für eine neue Außenpolitik entwerfen und die 80-jährige Unterordnung unter die USA beenden kann.
Stattdessen haben wir Starmer, der sich an die Trümmer der alten Weltordnung klammert, während diese langsam verschwindet – einen Politiker ohne Werte und Vorstellungskraft. Einen Politiker, der verlernt hat, mehr zu tun, als Washingtons Parolen nachzuplappern.
Darüber hinaus ist die »MAGA«-Bewegung in den USA (Make America Great Again; Macht Amerika wieder großartig – d. Red.) bestrebt, ihre Politik nach Europa zu exportieren. Mit Unterstützung der Trump-Administration arbeitet sie daran, die britische und andere Regierungen zu untergraben, um sie durch die extreme Rechte zu ersetzen. Jener Präsident in den USA, den Starmer täglich zu beschwichtigen versucht, ist somit sowohl eine Bedrohung für den Weltfrieden als auch für die britische Demokratie.
Großbritannien sollte sich entschieden von den sogenannten Sonderbeziehungen lösen, die als Deckmantel für imperialistische Aggression und Ausbeutung dienten, die US-Basen in Großbritannien schließen, gegen ausländische Agenten vorgehen, die die Demokratie untergraben, und die Fähigkeit des Staates stärken, unabhängig von den USA zu handeln – Fähigkeiten, die vom Establishment über Generationen vernachlässigt wurden.
Diese wiedergewonnene Stärke sollte dann genutzt werden, um die friedliche Beilegung von Konflikten voranzutreiben und das Völkerrecht sowie die Charta der Vereinten Nationen zu wahren. Der Betrug der »nuklearen Abschreckung« darf dabei keine Rolle spielen.
Es ist höchste Zeit, dem Tyrannen im Weißen Haus die Stirn zu bieten. Wenn Keir Starmer nicht will oder kann, muss die Labour-Partei einen Vorsitzenden finden, der es tut. Die neue und gefährliche Geopolitik macht die Angelegenheit dringlich. Trump zu folgen, wird Großbritannien in den Abgrund stürzen.
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