europaLINKS: Feuer der sozialen Wut

Regierungsrücktritt, Proteste, Verachtung der Demokratie: Die linke »L’Humanité« sieht Frankreich in einer schweren Krise

© Pixabay

Die linke Medienlandschaft in Europa ist nicht groß, aber es gibt sie. Manche Zeitungen erscheinen in gedruckter Form täglich, einige wöchentlich, andere monatlich. Online sind sie alle präsent – und nehmen, ob nun als Print- oder Digitalprodukt, Einfluss auf den gesellschaftlichen Diskurs in ihren jeweiligen Ländern.

An dieser Stelle blicken wir in progresssive Medien Europas. Heute: „Eine erste Warnung“. Dieser Text ist am 10. September in »L’Humanité« (Frankreich) erschienen.  Der mit KI-Programmen übersetzte Beitrag wurde nachbearbeitet und gekürzt.

Marion d’Allard

Wie ein Lauffeuer breiteten sich die »Alles-Blockieren«-Mobilisierungen am Mittwoch dieser Woche aus – vom Morgengrauen an über den ganzen Tag und überall im Land. Der 10. September war als Datum schon Wochen zuvor im Protestkalender festgelegt worden. Dieser Aktionstag war wichtig und wurde genutzt, um die Meinung der Menschen zum Ausdruck zu bringen.

Wie so viele Funken und Flammen, die das Feuer der sozialen Wut schüren, zeugten diese Hunderte mehr oder weniger spontanen Demonstrationen von einer weit verbreiteten Unzufriedenheit. Sie drückten eine massive Ablehnung von Sparmaßnahmen und sozialer Ungerechtigkeit aus, die die Schwächsten weiter verarmen lassen und den Reichsten noch mehr Wohlstand sichern. Aber sie sind auch – und vor allem – eine eindringliche Warnung direkt an das Staatsoberhaupt der Republik.

Präsident Emmanuel Macron jedoch stellt sich taub und agiert in seiner bekannten Arroganz. Ja, die Ernennung von Sébastien Lecornu zum Premierminister am Vorabend des Protesttages war ein weiterer Affront, ein weiterer Schlag gegen die Demokratie. Ja, der Élysée-Palast missachtet erneut die Wahlergebnisse (das Linksbündnis Nouveau Front populaire hatte bei der Parlamentswahl 2024 die meisten Sitze errungen – d.R.). Doch diese Strategie der Ignoranz und der Missachtung der Demokratie ist nach hinten losgegangen: Am Mittwoch nahmen die Demonstranten den Macronismus insgesamt ins Visier.

Es war ein seltsamer Gegensatz am Mittwoch: Auf der einen Seite, auf den Stufen des Matignon (des Regierungssitzes – d.R.), die nüchterne, gedämpfte Atmosphäre eines Machtwechsels, der einer Farce gleicht; zur gleichen Zeit und nur wenige Straßen entfernt, die hemmungslose Repression gegen eine soziale Bewegung. Das ist die andere Lehre dieses Tages. Der Mann, der nach dem Regierungsrücktritt Place Beauvau (das Innenministerium – d.R.) verlassen muss, entschied sich zuvor noch bewusst für Gewalt gegen friedliche Demonstranten und ließ sogar Tränengas vor Schulen einsetzen, gerade als der Unterricht begann. Verheerende Bilder einer Macht, die mit ihrem Latein am Ende ist.

Hoffen wir, dass dieser 10. September eine neue Phase einläutet. Es gibt bereits Zeichen dafür, dass die gerechte Wut nicht nachlassen wird. Schon für den 18. September haben Gewerkschaften zu Demonstrationen in ganz Frankreich aufgerufen. Und an diesem Wochenende wird die Fête de l’Humanité das sein, was sie immer war: ein beeindruckender Resonanzboden für die Hoffnungen auf eine gerechtere Welt.

Ein Artikel von Redaktion

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